Evangelische Kirchengemeinde Aachen

Neue Leitung des Projektes „Netzanschluss“ im Westen

Anschluss für Alleinerziehende - Sozialarbeiterin und -pädagogin Andrea Münch ist Nachfolgerin von Ulrike Overs

 

Der Auslöser war eine Uni-Initiative, die alleinerziehenden Frauen bei der Arbeitssuche helfen sollte. Inzwischen ist das Projekt „Netzanschluss“ 22 Jahre alt – und hat gerade eine neue Leiterin bekommen. Ulrike Overs ging am 30. April in den Ruhestand, ihre Nachfolgerin Andrea Münch, Sozialarbeiterin und -pädagogin, ist zum Zeitpunkt dieses Gesprächs gerade erst ein paar Tage „im Amt“.

„Hier bin ich richtig“, ist sie sich dennoch bereits sicher, denn sie kennt den Gemeindebereich um die Genezareth-Kirche, in dem das ökumenische Projekt angesiedelt ist, gut und schon sehr lange. Die 48-Jährige wohnt mit ihrer Familie im Viertel und hat bereits in der Gemeinde mitgearbeitet. 

Die meisten Menschen, die sich an „Netzanschluss“ wenden, sind Frauen, nur einer von derzeit 45 Menschen, die Andrea Münch betreut, ist männlich. „Oft ist man sehr einsam in seiner Situation. Eine Beratung kann dann dabei helfen, einen Perspektivwechsel zu vollziehen, der sehr hilfreich ist“, erläutert Münch.

Netzanschluss soll dabei unterstützen, Kontakte zu knüpfen, Gemeinschaft zu erleben, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. „Es geht immer um Begegnung und um Raum für Begegnungen“, ergänzt sie. Es gebe Gruppen- und nach Wunsch auch Einzelgespräche, die Gemeinschaft stehe im Vordergrund. Es werden gemeinsame Aktivitäten wie zum Beispiel ein Frühstück oder der Besuch kultureller Veranstaltungen organisiert. Seltener ist auch eine Kinderbetreuung notwendig. Oft verselbständigen sich die Kontakte, die Projektteilnehmenden treffen sich dann auch untereinander.

„Trennung und Scheidung ist dabei oft auch ein wichtiges Thema“, erläutert Andrea Münch, „insbesondere dann, wenn die Trennung einen konflikthaften Verlauf nimmt.“ Oder aber der mangelnde Wohnraum, mit dem viele Alleinerziehende konfrontiert sind. Aber auch die Hilfe bei der Organisation eines Umzugs, Unterstützung beim Umgang mit Behörden – zum Beispiel für Menschen mit Migrationshintergrund – empfinden die Teilnehmenden an Netzanschluss als „gewinnbringend“, so Andrea Münch: „Viele Frauen berichten, der Perspektivwechsel habe ihnen sehr geholfen."

„Die gewonnenen Kontakte haben oft über Jahre Bestand“, sagt sie. Die Initiative ist gut vernetzt mit anderen Organisationen, zum Beispiel der Stadtteilkonferenz, dem Verband alleinerziehender Mütter und Väter und katholischen Einrichtungen. Bei den Menschen sollen Ressourcen reaktiviert werden. Andrea Münch wünscht sich, dass die Teilnehmenden in das Gemeindeleben einbringen: Hilfe beim Buffet bei Veranstaltungen und Kirchenfesten oder bei der Vorbereitung des Kindergottesdienstes. „Die Teilnahme ist natürlich kostenlos“, betont sie.

Die Initiative ist räumlich in der Genezareth-Kirche angesiedelt und unter der Adresse www.netzanschluss.org zu erreichen. Die E-Mail-Adresse lautet a.muench@netzanschluss.org; die Telefonnummer ist die altbekannte geblieben: 0241 9903001.

Text: Axel Costard

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