"Netzanschluss" erhält großzügige Spende

Die ökumenische Initiative für Alleinerziehende im Aachener Westen bietet regelmäßige Aktivitäten - Beim monatlichen gemeinsamen Kochen wird die Bedeutung für die Teilnehmenden deutlich

Aachen Häppchenweise, die kulinarische Stadtführung, spendete in diesem Jahr 1.500 Euro an Netzanschluss, die ökumenische Initiative für Alleinerziehende im Aachener Westen. 
Darüber freut sich nicht nur Ulrike Overs, die Koordinatorin des Netzwerks, sondern vor allem auch die alleinerziehenden Mütter, die seit über 20 Jahren die Verlässlichkeit und Unterstützung der Initiative schätzen. 

Zu den regelmäßigen Angeboten gehört das monatliche gemeinsame Kochen (und natürlich anschließende Essen) in der großen Küche der Genezareth-Kirche, wo die Initiative ihre Heimat hat. Die großzügige Zuwendung ermöglicht es, dass dafür hochwertige Lebensmittel, bevorzugt regional oder bio, eingekauft und verarbeitet werden können.

Internationale Kochschule

Diesmal haben sich zehn Frauen und zehn Kinder angemeldet – da müssen die Aufgaben gut verteilt und aufeinander abgestimmt werden. Reihum sind die Frauen einzeln oder zu zweit für die Auswahl der Gerichte und die Vorbereitung zuständig. Eine wunderbare Gelegenheit, anderen die eigene Kultur wortwörtlich schmackhaft zu machen. Traditionelle Gerichte und Zubereitungsmethoden erweitern den Horizont aller Teilnehmerinnen: „Das ist wirklich regelmäßig eine Kochschule“, ist Melanie begeistert, die diesmal zusammen mit Ruth den Nachmittag verantwortet und sich für verschiedene indische Gerichte entschieden hat. 

Zunächst sind sechs kochwillige Helferinnen da, die auf die verschiedenen Rezepte verteilt werden müssen. Es soll Mango-Lassi, selbstgemachtes Naanbrot, Butter-Chicken (als Tofu-Variante) mit Mangosoße geben, dazu Basmatireis, große Schüsseln mit frischem Salat und zum Nachtisch Kokosmilchreis mit Mango. Die gelernte Köchin Ruth übernimmt den Naan-Teig, eine andere schnappt sich die Zutaten für den Lassi. Dazwischen wuseln immer mal wieder Kinder vorbei, wollen helfen oder naschen. Weitere Frauen trudeln ein, es gibt herzliche Begrüßungen und erste Gespräche am Kochtopf.

Wie Schwestern oder Cousinen

Da den Überblick und die Ruhe zu behalten, ist gar nicht so einfach. Doch gerade das schätzt Ulrike Overs an diesem Format: „Diese tollen Frauen, die ein herausforderndes Leben zu wuppen haben, machen sich oft klein. Beim gemeinsamen Kochen kommt es auf jede an - die Frauen erleben, dass hier ihre Fähigkeiten und Kenntnisse gefragt und geschätzt werden. Sie unterstützen sich gegenseitig. Und im nächsten Schritt trauen sich die meisten auch zu, einmal die Verantwortung für die Menüauswahl und Anleitung der Gruppe zu übernehmen."  Für Melanie ist es klar: „Das hier ist meine Wahlfamilie: Wir sind wie Schwestern oder Cousinen, nehmen Anteil am Leben der anderen.“ 

Mittlerweile sind alle Frauen eingetroffen, der Duft von Kokos und Garam Massala zieht durch den Raum. Wie gut, dass die Kirchenküche so groß ist – in privaten Wohnungen wären solche Treffen gar nicht möglich. Auch das macht die Initiative so besonders und wird von den Teilnehmerinnen geschätzt. 

Als alle Gerichte fertig auf dem großen Tisch stehen und das gemeinsame Essen beginnt, sieht man allen an, wie wichtig dieser Nachmittag, dieser Austausch für alle ist. Auch Melanie und Ruth sind erleichtert, dass das Kochen unter ihrer Anleitung gut geklappt haben. Und Melanie freut sich schon, wenn beim nächsten Mal Hamdiye (wieder) alte Familienrezepte mitbringt und Einblicke in die vielfältige türkische Küche gewährt. 
(Text: Juliane Siekmann)

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