22.07.2020

"Die Kinder sind froh, dass wieder etwas angeboten wird!" - Ferienspiele der Emmaus-Kirche waren ein voller Erfolg

Unter dem Motto "Plastikfrei - wir sind dabei!" wurde den Kindern ein buntes Programm geboten - Begrenzte Plätze waren alle schnell belegt

In diesem Jahr durften coronabedingt nur zehn Kinder pro Woche teilnehmen. (Foto: Maribel Porras)

In diesem Jahr ist durch die Hygienemaßnahmen gegen Corona alles anders. Davon lassen sich Britta Goerke, Jugendreferentin für die Emmaus- und Auferstehungskirche, und ihr Team aber nicht abhalten: Die jährlich stattfindenden Ferienspiele in den ersten beiden Wochen der Sommerferien finden in der Emmaus-Kirche auch diesmal statt. Kein Wunder also, dass die begrenzten Plätze innerhalb kürzester Zeit belegt waren. In diesem Jahr ist das Motto „Plastikfrei – wir sind dabei!“, an das sich alle Aktivitäten der Ferienspiele anlehnt.
„Natürlich ist vieles eingeschränkter, das beginnt schon bei der drastisch reduzierten Anzahl der Plätze. In diesem Jahr sind es pro Woche zehn Kinder, die hier teilnehmen dürfen. In den Jahren davor waren es mindestens doppelt so viele“, erklärt die Jugendreferentin. Zudem bestehe sie darauf, dass die Kinder, die im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren sind, in geschlossenen Räumen einen Mund-und-Nasen-Schutz tragen, weil der Mindestabstand bei einigen Aktivitäten schlichtweg nicht eingehalten werden könne. Die Ausgabe von Essen und Trinken ist ebenfalls untersagt, was ein wenig die Pläne von Britta Goerke durcheinandergebracht hat: „Eigentlich habe ich mir vorgenommen in diesem Jahr als Aktivität auch gemeinsam mit den Kindern nachhaltig zu kochen. Durch die Hygieneschutz-Maßnahmen geht das aber leider nicht:“

Der Kreativität freien Lauf lassen

Das tut der Stimmung allerding keinen Abbruch. Die Aktivitäten, die angeboten werden, finden die Kinder mindestens genauso toll. Von 8.30 bis 13.30 Uhr wird den Kindern eine Menge an Programm geboten. Dazu gehört unter anderem das Basteln von Wachstüchern aus recyceltem Stoff, das Färben von Kleidung, Stoffbeuteln und Kissenbezügen mit „No-Plastic-Beschriftung“, die Herstellung von Spülmittel, Seifenkugeln und Lippenbalsam, das Gießen von Kerzen und vielem mehr. Dabei wird sehr die Kreativität der Kinder gefordert, wenn sie sich eine Alternative zum Plastik überlegen müssen. „Ein Kind wollte bei den Holzarbeiten etwas mit Heißkleber fixieren. Da es aber ja Plastik ist, musste es sich eine Alternative überlegen. Die war aber auch sehr schnell gefunden“, erklärt Britta Goerke. So wird spielerisch an das Thema "umweltfreundliche Alternativen" herangeführt.

Wissen zum Umweltschutz näherbringen

Aber was wissen die Kinder eigentlich über das Thema Umweltschutz und Plastik? „Das ist ganz unterschiedlich, daher haben wir den Kindern am ersten Tag zunächst eine Dokumentation gezeigt, die das Thema `Plastikmüll im Meer` sehr anschaulich darstellt. Danach haben wir darüber gesprochen und die Kinder waren schon sehr entsetzt.“
Einmal in der Woche machen die Jugendreferentin und die vier Betreuerinnen zwischen 14 und 17 Jahren einen Ausflug mit den Kindern. In der ersten Woche konnten sie sich in einem „Unverpackt-Laden“ umsehen und sich erklären lassen, was es mit dem Konzept auf sich hat. „Das fand ich bisher am besten, weil es mir gezeigt hat, dass wir eigentlich keine Plastikverpackungen brauchen. In anderen Läden ist immer alles so bunt, aber in diesem konnte man genau sehen, was in den großen Behältern drin war“, erklärt die zehnjährige Luh. „Und wir durften uns danach auch jeder drei Gummibärchen in unsere Gläser tun! Das war super!“, ergänzt Thea, die ebenfalls zehn Jahre alt ist.

Glücklich über das Gemeinschaftsgefühl

Auf die Frage, welche Aktivität bei den Kindern am besten ankommt, gibt es Zurufe von allen Seiten. „Ich finde am besten, dass wir hier so viele Dinge tun, die wir Zuhause nicht machen können, wie zum Beispiel mit Holz arbeiten oder töpfern“, sagt der elfjährige Elias. Aber Britta Goerke hat eine weitere Beobachtung gemacht: „Die Kinder sind nach der langen Zeit Zuhause einfach froh, dass wieder etwas Gemeinschaftliches angeboten wird, das merkt man deutlich.“
Und das merkt man tatsächlich, denn es gibt immer mal wieder Momente, in denen die Kinder keine Lust auf das angebotene Programm haben, weil sie einfach nur gemeinschaftlich Hockey oder Fußball spielen möchten. Einen deutlichen Unterschied zu den Vorjahren merkt auch Amelie, 17 Jahre, eine der ehrenamtlichen Betreuerinnen: „Die Kinder streiten und zanken sich kaum in diesem Jahr. Die sind nur glücklich, dass es in diesem Jahr doch noch möglich war, die Ferienspiele stattfinden zu lassen.“

Müll sammeln und Besuch bei Greenpeace

Doch auch für das Thema „Plastikfrei“ sind die Kinder sehr offen. Nach dem Besuch im „Unverpackt-Laden“ gab es noch einen Wettbewerb für die Kinder, bei dem sie innerhalb von 20 Minuten in der Innenstadt um den Elisengarten so viel Müll aufsammeln sollten, wie sie nur finden konnten. „Ich war mir vorab nicht so sicher, ob die Kinder da so Lust darauf haben, aber sie waren hellauf begeistert und kamen trauriger Weise mit sehr viel Müll wieder zurück. Da gab es zur Belohnung ein Eis“, erzählt die Jugendreferentin. „Ein Mann fand es so toll, was wir da gemacht haben, dass er uns dann spontan geholfen hat“, erzählt Thea. In dieser Woche besucht die Gruppe im Welthaus an der Schanz Greenpeace Aachen, die aktuell einen „Plastikfrei-Führer“ für Aachen herausgebracht haben und diesen den Kindern näherbringen.
„Das ist einfach toll zu sehen, wie viel Spaß die Kinder an dem Thema Umweltschutz haben, und dass sie jetzt schon einiges an Wissen mit nach Hause nehmen und ihre Eltern ermahnen“, erzählt Sabrina, 14 Jahre, eine weitere Betreuerin.

Die Ferienspiele in der Emmaus-Kirche finden jedes Jahr in den ersten beiden Wochen der Sommerferien statt. Normalerweise gibt es auch ein Nachmittags-Programm. Wegen Corona bleibt es in diesem Jahr bei Aktivitäten am Vormittag. Die Uhrzeiten hat Britta Goerke bewusst so gewählt, dass diese für berufstätige Eltern so praktisch wie möglich sind. „Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr alles wie gewohnt anbieten können.“
(Text: Maribel Porras)

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