„Ängste, Hoffnungen und glückliche Momente“

Ausstellung zum Thema Demenz in der Genezareth-Kirche eröffnet - Viele Besucher bei Gottesdienst für Menschen mit und ohne Demenz - Bilder noch bis zum 3. Dezember zu besichtigen

Am Welt-Alzheimertag am vergangenen Freitag eröffnete die Genezareth-Kirche zusammen mit dem Demenz-Servicezentrum Regio Aachen/Eifel eine Ausstellung mit Bildern von Lieselotte Wienand.

Lieselotte Wienand hat über 60 Bilder in der Kirche ausgehängt und mit persönlichen Bildunterschriften versehen, damit der Betrachter die Gefühle nachvollziehen kann, welche die Malerin ausdrücken möchte. Frau Wienand weiß seit 4 Jahren, dass sie an einer Demenz erkrankt ist. Seither malt sie Bilder und setzt sich so mit ihren Gefühlen auseinander. Dabei hat sie sich zu einer wahren Künstlerin entwickelt. 

Viele Interessierte kamen zur Eröffnung

Die feierliche Eröffnung fand vor rund 60 Besuchern im Foyer der Genezareth-Kirche statt. Begrüßt wurden die Gäste durch Pfarrerin Bettina Donath-Kreß und Christa Lardinoix (Mitarbeiterin Demenz-Servicezentrum), bevor Bürgermeister Norbert Plum mit einem Grußwort die Ausstellung eröffnete.

Unter den Anwesenden waren nicht nur Gemeindeglieder, sondern auch Studierende der KatHo Aachen und Gäste des Tagespflegehauses des Diakonischen Werks mit dessen Team.

Gottesdienst sprach Menschen mit und ohne Demenz an

Gerd Lebjedzinsk, ein Künstler, der zur Zeit das Kreuz für die Genezareth-Kirche zusammen mit dem theologischen Ausschuss gestaltet, äußerte sich bei der Ausstellungseröffnung tief bewegt von den Gefühlen, die Lieselotte Wienand mit ihren Bildern ausdrücken kann, aber auch von der Technik der Bildgestaltung.

Die Organisation dieser Ausstellung ist für die Evangelische Kirchengemeinde Aachen an der Genezareth-Kirche ein weiterer Schritt auf dem Weg zur "demenz-sensiblen Gemeinde".

So fand auch am Sonntag in Zusammenhang mit der Ausstellungseröffnung ein ein Gottesdienst für Menschen mit und ohne Demenz statt. Mehr als 100 Besucher nahmen daran teil.

Das Vorbereitungsteam bestehend aus Bettina Donath-Kreß (Pfarrerin), Eckhard Weimer (Alexianer Krankenhaus) und Christa Lardinoix (Demenz-Servicezentrum Regio Aachen/Eifel und Presbyterin) hatte den Abendmahls-Gottesdienst auf „alt bekanntem“ aufgebaut, aber auch einige absichtlich verwirrende Elemente eingestreut.

Spontaner Applaus löste die Spannung

So wurde neben der normalen Liturgie als Lesungs- und Predigttext Lukas 19 Zachäus gewählt.

Ein Quodlibet aus „Großer Gott wir loben dich“ und „Die Gedanken sind frei“ sorgte vor der Predigt für Irritationen unter den Anwesenden. Nach der Predigt beteiligte sich die Gemeinde rege an dem Quodlibet, und ein spontaner Applaus löste die positive Spannung, die der Gesang ausgelöst hatte.

Viele Gottesdienstbesucher nahmen nach dem Gottesdienst außerdem die Gelegenheit wahr, die Ausstellung zu besichtigen. Dabei entwickelten sich viele rege Gespräche, bei denen sowohl die Fachlichkeit der verschiedenen Gottesdienstbesucher als auch die Menschlichkeit der Anwesenden einfließen konnte.

Ausstellung zu Zeiten der "Offenen Kirche" zu sehen

Die Ausstellung wird bis Montag, 3. Dezember, in der Genezareth-Kirche zu besichtigen sein: immer zu den Zeiten der offenen Kirche (montags, Mittwochs und freitags von 11 bis 13 Uhr) sowie vor und nach den Gottesdiensten.

(Text: Christa Lardinoix)

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