Seit Jahren erfreut der Hundebesuchsdienstes „Besuche mit Hund & Herz“ der Evangelischen Initiative „Engagiert älter werden“ ältere Menschen in Pflegeeinrichtungen, Seniorenresidenzen und betreuten Wohnformen. Ziel ist es, Lebensfreude, soziale Kontakte und Teilhabe zu fördern sowie den Alltag der Bewohner*innen durch besondere Begegnungen zu bereichern.
Besuche mit Hund & Herz
Ganz unterschiedliche Teilnehmerinnen
Im Mai konnten acht Besuchshunde-Teams erfolgreich qualifiziert werden. Die Gruppe war so vielfältig wie das Projekt selbst: Junge und ältere Hunde nahmen gemeinsam mit ihren Menschen an der Ausbildung teil. Die Teilnehmerinnen waren zwischen 14 und 65 Jahren alt und brachten unterschiedliche Erfahrungen und Lebensgeschichten mit. Über die Motivation der Teilnehmerinnen, die Inhalte der Ausbildung und vor allem auch über die Wirkung der Besuche bei alten Menschen berichtete das Lokalradio Antenne AC Mitte Mai in vier Radiobeiträgen, die “Engagiert Älter werden” freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden.

Foto: Gundi Großmann
Neu-Besuchshund Luna hatte schon immer eine besonders beruhigende Wirkung auf Menschen.
Während der viertägigen Qualifizierung waren alle acht Hunde durchgehend dabei. Dabei zeigte sich nicht nur ihre Eignung, die natürlich im Vorfeld schon grundsätzlich getestet wurde, für die zukünftigen Einsätze, sondern auch ein bemerkenswert harmonisches Miteinander innerhalb der Gruppe. Die Atmosphäre war geprägt von gegenseitiger Unterstützung, Offenheit und großer Freude an der zukünftigen Aufgabe. Die Hunde verstanden sich ausgesprochen gut und spielten und lagen friedlich beieinander.
Derzeit werden die ersten Kontakte zu Senioreneinrichtungen geknüpft, damit die Besuchshunde-Teams ihre Einsätze aufnehmen können. Um die Ehrenamtlichen auch nach der Ausbildung zu begleiten, wird eine erfahrene Ehrenamtliche die Gruppe unterstützen. Geplant sind regelmäßige gemeinsame Spaziergänge und Austauschtreffen, bei denen Erfahrungen geteilt, Fragen besprochen und die Gemeinschaft der Besuchshunde-Teams gestärkt werden kann.

Foto: Gundi Großmann
Clara ist mit 14 Jahren die jüngste Teilnehmerin in diesem Jahr - hier mit ihrem Hund Polly.
Gezielte Vorbereitung auf die Anforderungen
Damit die Besuche für Mensch und Tier gleichermaßen positiv verlaufen, setzt das Projekt auf eine sorgfältige Qualifizierung der Besuchshunde-Teams. Die Halter*innen erwerben Kenntnisse zu Lernverhalten und Kommunikation von Hunden, zu Hygiene- und Sicherheitsstandards sowie zum Umgang mit älteren Menschen und Menschen mit Demenz. Die Hunde werden gezielt auf die besonderen Anforderungen in Pflegeeinrichtungen vorbereitet.
Ein zentrales Anliegen ist dabei auch der Schutz des Hundes. Die Teams lernen, Stresssignale frühzeitig zu erkennen und Einsätze so zu gestalten, dass das Wohlbefinden des Tieres jederzeit gewahrt bleibt. Nur gesunde und geeignete Hunde kommen zum Einsatz.
Besuche mit Herz und Verlässlichkeit
Die Besuche finden sowohl einzeln als auch in Gruppen statt. Während Einzelbesuche Raum für persönliche Begegnungen bieten, fördern Gruppenangebote Gemeinschaft und Austausch. Die Inhalte reichen von Streichel- und Kontaktangeboten über kleine Bewegungsübungen bis hin zu gemeinsamen Erinnerungs- und Gesprächsimpulsen.
Mit „Besuche mit Hund & Herz“ besteht ein ehrenamtliches Angebot, das Lebensfreude, Gemeinschaft und Wertschätzung fördert. Denn Hunde schaffen häufig einen Zugang zu Menschen, der ohne sie nur schwer möglich wäre. Sie begegnen ihrem Gegenüber unvoreingenommen, schenken Aufmerksamkeit und ermöglichen Nähe ohne Leistungsdruck.
Positive Wirkungen auf vielen Ebenen
Begegnungen mit Hunden fördern Kommunikation, regen Erinnerungen an und schaffen Gesprächsanlässe. Gleichzeitig können sie die Sinne aktivieren und zu kleinen Bewegungen motivieren, etwa beim Streicheln, Bürsten oder bei einfachen gemeinsamen Übungen.
Besonders für Menschen mit demenziellen Veränderungen entstehen oft wertvolle Momente der Begegnung. Auch wenn Sprache manchmal schwerfällt, gelingt über den Hund häufig ein unmittelbarer Kontakt. Ein Blick, ein Lächeln oder eine Berührung können Ausdruck von Freude und Verbundenheit sein.
Text: Gundi Großmann
