Fragen zum neuen Kirchengebäude

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Warum hat die Evangelische Kirchengemeinde Aachen den Weinmiller-Entwurf für den Kirchenneubau ausgewählt?

Der Entwurf des Berliner Architekturbüros „Weinmiller Architekten“ hat die Jury des Architekturwettbewerbs der Kirchengemeinde vor allem durch seine Klarheit, seine Zeichenhaftigkeit und seine in bestem Sinne zeitlose Anmutung überzeugt. Den neuen Komplex aus Kirche und Gemeindezentrum mit einem Innenhof als Atrium zu gestalten, stieß auf große Zustimmung in der Gemeinde. Denn so entsteht für die Besucher und Nutzer des Gebäudes ein geschützter Bereich zwischen der Vaalser Straße auf der Vorderseite und der Bahnlinie hinter dem Grundstück. Auch die von der Architektin getroffene Auswahl der Materialien für das Gebäude hat uns gut gefallen, zum Beispiel die Ziegelfassade.

Wie groß wird der Neubau?

Kirche und Gemeindehaus zusammen werden eine Nutzfläche von 763 Quadratmetern haben. Dazu kommen Räume für die Diakonie mit einer Nutzfläche von 132 Quadratmetern und eine Mitarbeiterwohnung mit 110 Quadratmetern. Die Nutzfläche von Kirche und Gemeindezentrum ist  kleiner als die Flächen von Dietrich-Bonhoeffer-Haus und Arche zusammen.

Hinsichtlich der Außenmaße des Gebäudes ist ein 18 Meter hoher Kirchturm vorgesehen, eine Höhe des Kirchraumes von 11,5 Meter und für den Teil des Hauses, in dem Diakonie und Küsterwohnung untergebracht sind, eine Höhe von 7,70 Metern. Das Obergeschoss beschränkt sich auf den westlichen Bauteil. Die Gesamtfläche des Gebäudekomplexes mit Innenhof ist rund 40 mal 40 Meter groß.

Wird es eine Kirche oder ein Gemeindezentrum, oder beides?

Beides. Das Gebäude umfasst einen Sakralraum und Kirchturm, Räume für die Gemeindearbeit und die Diakonie sowie eine Mitarbeiterwohnung.

Welche Räume wird es in dem Gebäude geben, welche Angebote? Welche Angebote wird es neu geben können?

Im Gemeindezentrum wird es einen ganzen Trakt für die Jugendarbeit geben. Ein weiterer Raum ist für die Betreuung von Kleinkindern unter drei Jahren vorgesehen, die dort an jedem Werktag vormittags stattfindet. Es wird einen Eine-Welt-Laden geben und im Foyer einen Café-Bereich. Multifunktional nutzbare Räume stehen für die Seniorenarbeit, den Konfirmandenunterricht, das Trauercafé und andere Gruppen zur Verfügung.

Die Diakonie erhält im Obergeschoss fünf Büroräume, die sich nach Süden orientieren und den Blick über das Gemeindezentrum ermöglichen. Neu ist, dass die Jugendarbeit einen größeren Bereich erhält als zuvor, dass der Eine-Welt-Laden ein festes Ladenlokal bekommt, und der Café-Bereich.

Auch der neue Innenhof wird für Feste, Gottesdienste im Freien, für das Spiel der Kinder oder andere Anlässe einen attraktiven Rahmen bieten, den wir so bisher nicht hatten. 

Für wie viele Besucher ist in der Kirche Platz?

In der Kirche finden bei normalen Gottesdiensten 120(+50 Empore) Personen Platz. Mit einem zuschaltbaren Raum für große Gottesdienste entstehen Sitzplätze für bis zu 200(+50) Besucher, unter Zuschaltung der Foyerfläche Plätze für maximal 300(+50) Besucher.

Wie viele Parkplätze wird es geben? Wird es genug Parkraum geben?

Auf dem Grundstück wird es 13 Parkplätze geben, davon ein Parkplatz für Menschen mit Behinderung. Weitere Parkplätze können in unmittelbarerer Nähe des Gebäudes, am Westfriedhof, genutzt werden. Es wird also für alle Besucher genug Parkraum zur Verfügung stehen.

Was kostet der Neubau?

Der Neubau kostet insgesamt rund 4,5 Millionen Euro.

Woher kommt das Geld für den Neubau?

Das Geld für den Neubau kommt größtenteils aus der Gemeindekasse. Außerdem stammt es aus Rücklagen der Kirchengemeinde und wird aus den Verkaufserlösen der beiden aufzugebenden Gemeindehäuser erzielt.

Wie wird die neue Kirche heißen und warum wurde dieser Name ausgewählt?

Die neue Kirche wird Genezareth-Kirche heißen.

Genezareth ist der Name eines Sees in Galiläa, im Norden Israels, an dem ein großer Teil des Wirkens Jesu geschah und der in seinem Alltag eine wichtige Rolle spielte.

Wann beginnt der Neubau und wann soll das Gebäude fertig sein?

Im Januar dieses Jahres hat der Bau begonnen. Wir kalkulieren mit einem Bezug der neuen Kirche im April 2018.

Fragen zu Umwelt und Naturschutz

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Welche umweltfreundlichen Eigenschaften hat der Neubau? Wird beim Neubau auf die Herkunft der Baustoffe geachtet?

Bei dem geplanten Gebäude handelt es sich um einen sehr kompakten Baukörper, was bedeutet, dass die Flächenversiegelung durch den Bau gering ist. Bei der Gestaltung der Außenanlage ist es den Planern der Kirchengemeinde wichtig, darauf zu achten, dass der Charakter der Auenlandschaft der Gebäudeumgebung gewahrt und befördert wird. Bei der Auswahl der Baumaterialien werden weite Transportwege vermieden. Deshalb werden zum Beispiel die Ziegel für die Außenfassade aus Deutschland stammen. Außerdem wird auf die Nachhaltigkeit der Baustoffe Wert gelegt, was bedeutet, dass möglichst langlebige Materialien gewählt werden, die nicht so schnell ersetzt werden müssen.

Warum wurde für den Neubau gerade diese Fläche ausgewählt?

Der Neubau wird auf einer Fläche westlich des Westfriedhofs und südlich der Vaalser Straße entstehen, gegenüber der Einmündung zum Pariser Ring. Neben diesem Standort wurden im Vorfeld des Planverfahrens auch weitere mögliche Standorte untersucht. Diese entsprachen aber nicht den Anforderungen der evangelischen Kirchengemeinde, bzw. waren nicht zu bekommen. Uns war es besonders wichtig, ein Grundstück zu finden, das für die beiden zusammengehenden Gemeindebezirke zentral liegt. Dies ist bei dem nun ausgewählten Grundstück der Fall. Es liegt für uns ideal auf der Grenze der beiden Bezirke, die bisher zur Arche und zum Dietrich-Bonhoeffer-Haus gehörten. Außerdem ist es fußläufig gut erreichbar aus den Wohngebieten, die zum Einzugsbereich gehören und gleichzeitig hervorragend an den ÖPNV angebunden. 

Wie greift der Bau in die Fläche ein, was bleibt von der Fläche erhalten?

Die geplante Bebauung beschränkt sich auf den nördlichen Teil des Grundstücks. Die ganze Fläche um das neue Gebäude herum hat eine Größe von 12.000 Quadratmetern. Davon hat die Kirchengemeinde 6.000 Quadratmeter erworben. Maximal 3.500 Quadratmeter hiervon werden bebaut werden, der Rest bleibt unangetastet. Im Osten des Geländes wird ein Schutzstreifen von 10 Meter Breite zum Dorbach von Bebauung freigehalten.

Die dichte Bepflanzung im südlichen Teil des Grundstücks kann sich im Laufe der Jahre zu einem kleinen Wäldchen weiterentwickeln. Zwischen der vorhandenen Pflanzung und dem Neubau ist eine kleine Spielwiese vorgesehen.

Wie hat die Kirchengemeinde das Grundstück erworben? Ist diese Fläche nicht eine "Ausgleichsfläche"? Gibt es aufgrund der geplanten Bebauung eine neue Ausgleichsfläche, die diese Ausgleichsfläche ersetzt? Wenn ja, wo?

Die betroffene Fläche war im öffentlichen Verfahren zum Ankauf ausgeschrieben. Es handelt sich um ein Gelände, das beim Bau der Justizvollzugsanstalt Aachen zur Ausgleichsfläche gemacht wurde. Das Plangebiet umfasst nur ein knappes Drittel der Ausgleichsfläche. Die evangelische Kirchengemeinde wird bei der Gestaltung der Außenanlagen des neuen Gebäudes die besonderen Eigenschaften dieser Fläche berücksichtigen und ihren Wert für die Natur unterstützen. Außerdem werden wir einen anderen Ausgleich für die bebaute Fläche schaffen, der ebenfalls im Stadtgebiet Aachen liegt.

Der Ausgleich erstreckt sich nunmehr nach Abstimmung mit dem städtischen Umweltamt auf einer 6.200 Quadratmeter großen Fläche nördlich des Hofes Wilburg in Kornelimünster, zwischen Oberforstbacher Straße und Wilburgpfad südwestlich von der Benediktinerabtei. Dort soll eine bisher intensiv genutzte landwirtschaftliche Fläche zu einem arten- und strukturreichen Streuobstgrünland entwickelt werden.

Was bedeutet die Bebauung der Fläche an der Vaalser Straße für die Kaltluftzufuhr der Aachener Innenstadt?

Der Kaltluftstrom, der die Aachener Innenstadt versorgt, läuft nicht über das von der evangelischen Kirchengemeinde erworbene Grundstück, wie auch von Sachkundigen der Stadt Aachen bestätigt wurde. Es gibt lediglich einen Kaltluftstrom, der nach Laurensberg führt. Dieser wird jedoch aus einem „Kaltluftentstehungsgebiet“ auf der anderen Seite der Vaalser Straße weiterhin gespeist. Der neue Standort des Gemeindezentrums wird die Kaltluftzufuhr Aachens also höchstens peripher beeinträchtigen.

Fragen zur Gemeindestruktur

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Warum erhalten Sie nicht die bestehenden Gebäude? Warum gibt es überhaupt einen Neubau?

Anlass für die Planung ist die Zusammenlegung der beiden Aachener Gemeindebezirke Arche und Dietrich-Bonhoeffer-Haus im Aachener Westen. Die Bezirke wollen einen gemeinsamen Neubau schaffen.

Das Dietrich-Bonhoeffer-Haus am Kronenberg wurde 1974 erbaut und entspricht in keiner Hinsicht mehr heutigen Standards. Es müsste unter Investition einer siebenstelligen Summe saniert werden, um unter anderem barrierefrei zu werden und energetisch auf einem akzeptablen Stand zu sein.

Die Arche an der Schurzelter Straße ist zwar neuer, jedoch ist dort der Gottesdienstraum zu klein für gemeinsame Gottesdienste der Menschen aus beiden Bezirken. Neben den Gottesdiensten gibt es im Gemeindeleben inzwischen viele weitere Veranstaltungen und Treffen für beide Bezirke im Aachener Westen. Auch für diese Zwecke sind die Räumlichkeiten in der Arche zu klein. Beide bisherigen Zentren bieten sich also als alleinige Gebäude eines fusionierten Gemeindebezirks nicht an.

Stattdessen wollen wir für die ca. 4.700 Gemeindeglieder in Aachen-West, die dann potentielle Nutzer des Gebäudes sind, einen neuen Standort schaffen.

Warum werden die beiden Gemeindebezirke überhaupt zusammengelegt?

Dies ist das Ergebnis des Prozesses „Zukunft im Dialog“, das 2006 beschlossen wurde. Bei den Überlegungen dieses Prozesses ging es darum, wie die evangelische Kirche in Aachen sich fit für die Zukunft machen kann, wie wir effizienter mit unseren Ressourcen umgehen und attraktiver für die Menschen werden können. Ein Entschluss von „Zukunft im Dialog“ war es, das Gemeindeleben von Arche und Dietrich-Bonhoeffer-Haus zusammenzuführen, weil sonst weiterhin parallele Gemeindestrukturen auf engstem Raum bestehen blieben. Führt man diese Strukturen zusammen, können die vorhandenen Kräfte der Gemeinde wirtschaftlicher und besser eingesetzt werden.  Gleichzeitig wird das neue Haus exakt auf die Wünsche und Bedürfnisse der Gemeinde zugeschnitten sein.

Was passiert mit den beiden alten Gebäuden? Gibt es Investoren, die sich dafür interessieren? Kann es sein, dass sie abgerissen werden müssen?

Das Dietrich-Bonhoeffer-Haus ist bereits mitsamt dem zugehörigen Pfarrhaus verkauft. Die Kirchengemeinde kann es aber noch eine Weile weiter nutzen. Die Pläne des Käufers beinhalten den Abriss der vorhandenen Gebäude.

Die Arche wird zur Zeit zum Verkauf angeboten. Interessierte können sich informieren bei:

Immobilien Peter Weiß, Salierallee 19 in 52066 Aachen, Tel. AC 1899526

Man hört oft, dass die Zahl der Mitglieder in den Kirchen sinkt und auch die Kirchensteuereinnahmen zurückgehen. Wie passt es damit zusammen, dass Sie jetzt für viel Geld eine neue Kirche bauen?

Die Evangelische Kirchengemeinde kann sich im Aachener Westen – trotz des demographischen Wandels in der Gesellschaft – über ein sehr reges Gemeindeleben freuen. In unserer Gemeinde sind auch viele junge Leute, Studierende und Familien aktiv. Bei den Familiengottesdiensten zählen wir häufig mehr als 100 Besucher, in „normalen“ Gottesdiensten meist 70-80 Personen. Wenn die Gottesdienste von unseren Konfirmandengruppen gestaltet werden, nehmen oft 150 Menschen teil. Dass unser Angebot bei den Gemeindegliedern so gut ankommt, ist auch ein Verdienst der engagierten Pfarrerinnen und Pfarrer in unserer Gemeinde sowie des tatkräftigen Einsatzes vieler Ehrenamtlicher.

Für die Gottesdienste und die vielen anderen Veranstaltungen, Gruppen und Angebote, die es in unserer Gemeinde gibt, benötigen wir ein flexibles Raumangebot, dass allen Nutzern genug Platz bietet. Dieses werden wir im neuen Gebäude schaffen. 

Wie viele Pfarrer/-innen und Mitarbeitende wird es an der neuen Kirche geben?

Beide Pfarrstellen, derzeit besetzt mit Pfarrer Mario Meyer und Pfarrerin Bettina Donath-Kreß, werden erhalten bleiben. Ebenso bleiben die Mitarbeiterstellen erhalten, wenn auch eine Umstrukturierung zur Anpassung an die neue Situation erfolgen wird.

Pfarrerin Bettina Donath-Kreß

Clermontstr. 39
52066 Aachen
Tel.: 0241 / 47583163
E-Mail

Pfarrer Mario Meyer

Tielmanweg 14
52074 Aachen
Tel.: 0241 / 73048
E-Mail