Ferienspiele im (gar nicht Düster-)Wald

Foto: Juliane Siekmann
Gut organisiert: Auch beim Mittagessen müssen die Ferienkinder helfen.
Aus der Werkstatt weht ein Duft von Tannenwald herüber und in der Küche riecht es appetitanregend nach eingekochten Beeren. Im zentralen Aufenthaltsraum wandert das Auge von Windspielen in den verschiedensten Größen und Ausführungen über handbemalte T-Shirts mit Waldtieren und Einkaufstaschen, die mit Blättern und Blüten im Sonnendruckverfahren zu farbenprächtigen Unikaten veredelt wurden.
Ferienspiele mit allen Sinnen
Keine Frage: Bei den Ferienspielen in der Emmaus-Kirche kommen in den ersten beiden Ferienwochen alle Sinne auf ihre Kosten. 24 Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren wuseln auf dem Außengelände und in den verschiedenen Gruppenräumen – je nach Aktion hochkonzentriert oder ausgelassen fröhlich. „Wir bieten jeden Morgen drei Workshops: einen aktiven, möglichst draußen, und zwei kreative,“ erklärt Jugendreferentin und Teamleiterin Britta Goerke.
Von Kind zum Teamer - kein Einzelfall
Die Mädchen und Jungs sind mit Begeisterung dabei – davon etliche schon seit Jahren wie Anna und Jan. Letzerer nimmt mit elf Jahren in diesem Sommer zum letzten Mal als Kind teil, „aber nächstes Jahr komme ich als Teamer wieder“, ist er überzeugt vom Konzept. Neben den Sportaktivitäten schätzt Jan aber auch die ruhigeren Angebote wie das Bauen mit einer schier unendlichen Menge an Holzbausteinen, Tischkicker oder Schach. Anna gefallen besonders die Kreativangebote wie das Gestalten von Taschen oder T-Shirts. Aber als erstes nennt sie die Teamer, „die sind supernett und sehr hilfsbereit“.
Von den neun ehrenamtlichen Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren, die gemeinsam mit Britta Goerke die Ferienspiele ermöglichen, sind viele ebenfalls ehemalige Teilnehmende und auch als Teamer*innen schon einige Jahre dabei. So wie Elina, die mit 15 Jahren bereits zum vierten Mal Kinder betreut: „Einige treffe ich in der Schule, aber andere sieht man ein ganzes Jahr nicht und dann ist es schön, wenn man sich wiedererkennt, aber auch die Entwicklung sieht.“ Das bestätigt auch Emma, die mit 18 Jahren und sechs Ferienspielen als Teamerin zu den erfahrensten gehört. „Es ist immer schön zu beobachten, wie gerade Kinder, die zum ersten Mal dabei sind, sich entfalten, immer mutiger werden und ihre Schüchternheit ablegen.“
Plätze sind sehr begehrt
Dabei muss man durchaus schnell sein, wenn man einen der limitierten Plätze ergattern will: Die maximal 25 Plätze sind meist schon am ersten Tag der Anmeldung ausgebucht. „Das zeigt einerseits natürlich den Bedarf an Betreuung in den Ferien, aber spricht auch für die Qualität unseres Angebots“, ist Britta Goerke überzeugt. Manche Familien stellten sich sogar den Wecker auf Mitternacht, um auf alle Fälle dabei zu sein.
Zu dem erfolgreichen Konzept gehört auch, dass das Mittagessen selbst gekocht wird – so stelle man sicher, dass alle Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt werden. „Das funktioniert so gut, weil die Teamer eine eingeschworene und zuverlässige Truppe sind, die die Gruppenangebote eigenverantwortlich leiten, so dass ich dann mit einigen helfenden Händen kochen kann,“ erklärt Britta Goerke.
Ferienspielthema "Waldentdecker: Geheimnisse zwischen Wurzeln und Wipfeln!"
Die vorgestellten Ergebnisse der kreativen Workshops haben es schon vermuten lassen: Das Oberthema der Ferienspiele in diesem Jahr lautete "Waldentdecker: Geheimnisse zwischen Wurzeln und Wipfeln!" Es ging um Tiere, Pflanzen und das Leben im Wald. Dazu gehörte auch ein Ausflug in den Aachener Wald mit Erläuterungen einer Expertin vom Nabu und dem Bauen von Elfen-Häusern für die zierlichen Waldbewohnerinnen. Doch das Highlight dieses Ausflugs waren die farbenfrohen Frösche im nahegelegenen Tümpel, die von den Mutigeren auf die Hand genommen und genauer untersucht wurden.
Diese Mischung aus kleinen Abenteuern, kreativen Angeboten, Gemeinschaft erleben, Neues ausprobieren und Vertrautes wiedererkennen machen den Erfolg der Ferienspiele in der Emmaus-Kirche aus. So dass nicht nur für die Teamleiterin feststeht: “Nächstes Jahr auf alle Fälle wieder."
Text: Juliane Siekmann











