Evangelische Kirchengemeinde Aachen

"Es war einfach ein wunderschöner Tag"

51 Segnungen und Trauungen am 26.6.26 in fünf Kirchen - Im Rahmen der bundesweiten Aktion "Einfach Heiraten" - Wiederholung nicht ausgeschlossen

“Wir haben heute ein Paar kirchlich getraut, das seit 40 Jahren standesamtlich verheiratet war. Die beiden waren nur für sich, aber so glücklich, so selig. Und wir waren dabei, das ist ein echtes Geschenk“, stellte der Monschauer Pfarrer Jens-Peter Bentzin dankbar fest. ”Es war einfach ein wunderschöner Tag!", resümierte sein Kollege Max Heller aus Stolberg, und Armin Drack aus Aachen pflichtet bei: "Auf diesem Tag lag wirklich Gottes Segen.“ “Die Stimmung war den ganzen Tag über klasse. Eine Wiederholung könnte durchaus möglich sein”, blickte Pfarrer Oliver Joswig aus der Trinitatisgemeinde schon in die Zukunft. 

Überall Gesichter, die mit der Sonne um die Wette strahlten (es war schließlich der heißeste Tag des Jahres), fröhliche Momente und solche, die ans Herz gehen: Die bundesweite Aktion der Evangelischen Kirche Deutschlands, am “jecken” Termin 26.6.26 unkomplizierte kirchliche Trauungen und Segnungen anzubieten, fand großen Anklang in der Region. 

Insgesamt 51 Trauungen und Segnungen fanden an den fünf Orten des Kirchenkreises von morgens 10 Uhr bis teilweise 19 Uhr am Abend statt. Denn tatsächlich neun mal kamen Paare ohne Anmeldung wirklich “ganz spontan” mit der Frage: Können wir hier heiraten? So wie Familie Beyard in Stolberg:

In der schmucken Finkenbergkirche gegenüber der Stolberger Burg sagten an diesem Tag zwölf Paare ja zueinander: fünf Mal als Trauung und sieben Mal als Segnung. Insgesamt fünf Paare waren hier spontan erschienen.

Ebenfalls zwölf mal den Segen Gottes für eine besondere Verbindung zwischen zwei Menschen spendete das Monschauer Pfarrteam in der dortigen Pfarrkirche: vier Trauungen und acht Segnungen, von denen zwei ohne Anmeldung vorbeikamen.

Die meisten kamen doch mit etwas Planungsvorlauf

Zehn Paare wählten das schlicht-barocke Ambiente der Aachener Annakirche als Rahmen, vier für ihre (erneute) Segnung und sechs für ihre erstmalige Trauung. Zwei davon entschieden sich ganz spontan für den kirchlichen Segen. Am Nachmittag übernahm der Präses der rheinischen Landeskirche, Thorsten Latzel, persönlich die Zeremonie bei zwei Paaren. 

Im ehemaligen Nordkreis hatten sich die Christusgemeinde, die Lydia-Gemeinde Herzogenrath und die Kirchengemeinde Baesweiler zusammen getan, um gemeinsam Trautermine in der evangelischen Kirche Vorweiden anzubieten. In der liebevoll geschmückten Kirche fanden fünf Trauungen und vier Segnungen statt, alle nach Voranmeldung.

Ebenfalls keine spontanen Aktionen gab es in der evangelischen Kirche in Hellenthal, in der die Trinitatisgemeinde und die Kirchengemeinde Roggendorf gemeinsam den Tag gestalteten. Fünf Trauungen und drei Segnungen standen hier auf dem Programm.

Auch wenn vergleichsweise wenig Zeit zur Verfügung stand, bekam doch jedes Paar seinen persönlichen Raum und Moment. Die Gründe für diesen Schritt waren so vielfältig wie das Leben selbst. Von “Standesamt und Kirche am gleichen Tag” bis zur Erneuerung eines Eheversprechens, das vor 45 Jahren gegeben wurde, war (fast) alles dabei. Ebenso unterschiedlich waren die Gründe, warum “erst” jetzt vor den Altar geschritten wurde: “Terminprobleme”, “es hat einfach nicht gepasst” oder auch der Respekt vor einem überwiegend schwul-lesbischen Freundeskreis, der vor 30 Jahren von der Kirche noch geächtet war und so ein feierliches Ja-Sagen in einer Kirche ausgeschlossen war. 

Gottes Liebe gilt allen Menschen

Doch die Zeiten - und die Menschen - haben sich geändert, 2026 sind auch einige gleichgeschlechtliche Paare bei “Einfach Heiraten” dabei. Das freute besonders Claudette Williams aus Südafrika, die derzeit in der Gemeinde Monschauer Land als Pfarrerin tätig ist: „Liebe ist Liebe!“ Am Freitag hat sie erstmals ein lesbisches Paar getraut. „Ich wollte das immer einmal machen, aber das ist in meiner Kirche in Südafrika nicht erlaubt. ‚Einfach heiraten‘ hat mir diese Gelegenheit gegeben, das finde ich sehr toll“.

Diese und viele weitere spannende Geschichten von einzelnen Paaren, die bereit waren, ihren Hintergrund zu erzählen, sind in den ausführlichen Berichten zu den einzelnen Kirchen zu lesen. Und natürlich gibt es auch bewegende, inspirierende, Freude strahlende Bilder. 
Vielen Dank an alle Beteiligten, die für unvergessliche Momente gesorgt haben!

Wer Lust bekommen hat, sich auch zu trauen: Die EKD hat für 2027 Freitag, 2. Juli (2.7.27), als nächsten Tag ausgemacht, um wieder “einfach heiraten” zu können. Ob und welche Gemeinden aus dem Kirchenkreis Aachen dabei sein werden, wird frühzeitig bekannt gegeben.

In Vorweiden heirateten Mutter und Tochter am gleichen Tag.

Für ein Paar in Stolberg war es eigentlich schon die vierte Hochzeit (ganz legal!)

In Monschau erneuerte ein Paar sein Eheversprechen nach 45 Jahren - und feierte anschließend mit Kindern und Enkelkindern.

In der Aachener Annakirche übernahm Kirchenpräses Thorsten Latzel zwei Trauungen.

In der evangelischen Kirche Hellenthal wagte sich Kirchenkreis-Autor Stephan Everling selbst vor den Traualtar.

Ebenfalls sehenswert ist der Bericht in der WDR Lokalzeit Aachen vom 26. Juni.

Drei Mitschnitte von Radioberichten auf Antenne AC

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