16.06.2020

Jugendarbeit in Zeiten von Corona

Bericht von Jugendleiter Joachim Richter / Vorabdruck aus GB 211 (7-9/2020)

Jugendleiter Joachim Richter


Nach dem „Lock down“ musste sich, auch in unserer Gemeinde, Jugendarbeit neu erfinden. Es gab ja keine Kinder- und Jugendgruppen mehr, somit auch keinen direkten Kontakt.

Aber gerade in Zeiten der Isolation ist es um so wichtiger für die Kinder und Jugendlichen, Ansprechpartner zu haben.

Um mit den Jugendlichen in Verbindung zu bleiben nutze ich die sozialen Medien wie WhatsApp, Facebook, Instagram und Co. Gemeinsam mit Skrållan Dietrich entwickelte ich über WhatsApp eine Aktion, an der sich einige Jugendliche beteiligten. Jeder für sich nähte Gesichtsmasken, und wir spenden den Erlös (insgesamt über 1180 Euro) dem Bündnis United4Rescue.

Die Komplexität meines Arbeitsfeldes hatte zugenommen, da ich beginnen musste, in ganz neuen digitalen Formaten zu denken.

Mit der Videoplattform Zoom hatte ich vorher noch keine Erfahrung gemacht. Nun entwickelte ich Konzepte, wie wir über diese Plattform Jugendliche erreichen und Gruppenstunden ansprechend gestalten können. Die Jugendgruppen füllten sich langsam wieder. Neben Spiel und Spaß wurden und werden auch hier Seelsorge und das gemeinsame Miteinander großgeschrieben.

Auch in der Arbeit mit Kindern ließ sich dieses Konzept mit einigen Anpassungen anbringen. Gemeinsam mit einer Kollegin überlege ich mir Themen für die Online-Kindergruppenstunde. Neben einem Rahmen, der oft aus einem gemeinsamen Gebet und einem Segen besteht, versuchen wir auf die Ängste und Sorgen der Kinder einzugehen. Erstaunlich ist, wie sich Kinder auch hier öffnen. Das gemeinsame Spiel kommt natürlich nicht zu kurz.    

Aber auch Seelsorgeanfragen in Zeiten von Corona sind stark gestiegen. Dies betrifft nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch und besonders junge Erwachsene die oft mit Perspektivlosigkeit und daraus entstehenden Existenzängsten zu kämpfen haben. Hier ist und kann das Mittel der Wahl nicht die Onlinekonferenz sein.

Da sich die Kontaktsperre nicht auf Spaziergänge zu zweit mit dem gewissen Abstand zueinander bezieht, konnte und kann ich diese Anfragen an meine Person bejahen. Somit hat sich mein Laufpensum in diesen paar Wochen drastisch erhöht, was natürlich meinem Hund und mir auch gut tut.

Ein neues Format, welches in dieser Zeit entstanden ist: „Denkraum“ eine Live-Andacht, gemischt mit Poetry-Slam und Musik. Junge Künstler bieten hier ihre Poems und ihre Musik dar. Denkraum haben wir gemeinsam mit der Kirchengemeinde Stolberg entwickelt.

Die erste Andacht fand am 22.05. statt und war mit 40 Beiwohnenden ein voller Erfolg. Auch die Teilnehmenden hatten während des Programms die Möglichkeit, sich bei den Fürbitten einzubringen. Der Vorbereitungskreis arbeitet bereits fieberhaft an einer Neuauflage.

Bleibt zu hoffen, dass die Beschränkungen nicht mehr lange aufrecht erhalten bleiben und das Virus eingedämmt wird.

Joachim Richter

Evangelische Kirchengemeinde Aachen

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