25.06.2019

Gottesdienst für die Augen: Neue Antependien für die Immanuelkirche

Seit 23. Juni schmücken sie die Kirche - Vortrag zu Textilkunst in der evangelischen Kirche am Mittwoch, 25. Juni

(Foto: Ratzeburger Paramentenwerkstatt / Karin Niemeyer)

„Antependien“ – so nennt man die Tücher in den Farben des Kirchenjahrs an Altar und Kanzel in einer Kirche. Mit Spenden von vielen Gemeindegliedern ist in der Immanuelkirche die Anschaffung neuer Antependien für die Trinitatiszeit möglich geworden. In der Ratzeburger Paramentenwerkstatt wurden sie gewebt. Seit Sonntag, den 23. Juni schmücken sie die Kirche.

Textilkunst in der evangelischen Kirche

Am Mittwoch, den 26. Juni, um 19:30 Uhr in der Immanuelkirche, hält Oliver Mahn (Pfarrer für Rundfunkarbeit beim WDR) unter der Überschrift „Gottesdienst für die Augen“ einen Vortrag zu Textilkunst in der evangelischen Kirche.

Oliver Mahn schreibt zu seinem Vortrag:

„Gottesdienste sind mit allen Sinnen wahrnehmbar. Wem ist es noch nicht passiert, dass bei der Predigt die Gedanken abgeschweift sind? Oft schweifen mit den Gedanken auch die Augen ab. Entdecken den Kirchraum, die versteckten Winkel, das kleine Detail im Kirchenfenster, das vorher noch nie aufgefallen ist. Kirchen bieten ein wahres Meer an Entdeckungen für die Augen. Als Pfarrer ist es mein Auftrag Gottes Botschaft zu verkündigen. Dabei darf ich nicht eitel sein. Wenn jemand bei meiner Predigt abschweift und in Gedanken ein Kirchenfenster betrachtet, dann kann das genauso Gottesdienst sein. Die Kirchen selbst und die Kunst darin sind Gottesdienst.

Neue Paramente im Stil der Epoche

Seit jeher spielen Textilien für rituelle Handlungen eine große Rolle; so auch im christlichen Gottesdienst. Kleidung der Liturgen, Decken für Altar und liturgisches Gerät und Behänge an Wänden, Altar und Kanzel sind nur einige Beispiele für solche sogenannten Paramente. Es liegt auf der Hand, diese ursprünglich funktionellen Textilien besonders zu gestalten. Zumal sie ja in einem wichtigen, manche würden sagen heiligen, Zusammenhang genutzt werden. So hat die Kunst in den Jahrhunderten die Paramente teilweise zu wahren Meisterwerken gemacht. Jede Epoche hat dabei ihre ganz eigenen stilistischen und künstlerischen Merkmale hinterlassen.

Für eine Kirchengemeinde ist die Gestaltung neuer Paramente immer etwas ganz Besonderes. Sie beeinflussen den gesamten Kirchenraum und fallen meist als erstes ins Auge.“

Pfarrer Oliver J. Mahn aus Köln ist Rundfunkpfarrer beim WDR. In seiner Dissertation beschäftigt er sich im Bereich der Paramentik mit der gegenwärtigen Praxis liturgischer Kleidung im evangelischen Gottesdienst.

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