13.10.2020

Den Geist von Taizé im Film einfangen

Die „Nacht der Lichter" findet in diesem Jahr als Onlineveranstaltung statt

Die Gesangssolistinnen werden für den Nacht-der-Lichter-Film aufgenommen. (Foto: Kathrin Albrecht)

Seit 14 Jahren wird im November die „Nacht der Lichter“ Aachener Dom gefeiert. Dann verwandelt sich das Weltkulturererbe in ein Lichtermeer, erhellt von hunderten Kerzen, mehrstimmige Gesänge wechseln sich ab mit andächtiger Stille. Das ökumenische Abendgebet, das seinen Ursprung in der ökumenischen Communauté de Taizé hat, zieht nicht nur Menschen aus dem Raum Aachen an, seine Wirkung strahlt bis in die Niederlande, Belgien und auf die gesamte Region aus. Bis zu 800 Menschen kommen Jahr für Jahr bei der „Nacht der Lichter" und anschließend im Haus der Evangelischen Kirche zusammen – doch nicht so in diesem Jahr.

Durch Corona  wird alles anders sein. Denn eine Zusammenkunft von mehreren hundert Menschen auf engem Raum erscheint nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Entwicklung bei den Infektionszahlen undenkbar. Also hat sich das ökumenische Vorbereitungsteam – der Fachbereich kirchliche Jugendarbeit der Regionen Aachen-Stadt und Aachen-Land, der Evangelische Kirchenkreis Aachen und die Jugendkirche Kafarna:um in der Pfarrei Franziska von Aachen – für eine Alternative entschieden. Es soll ein Abendgebet in digitaler Form geben – quasi eine „Nacht der Lichter 2.0“.

Dafür hatten sich Jugendliche und junge Erwachsene für Dreharbeiten im Jugendcafé pinu’u verabredet. Das Jugendcafé, das vom Philip-Neri-Haus getragen wird, organisiert regelmäßig Bandcontests und kleine Konzerte. Auch die entsprechende technische Ausrüstung ist für Filmaufnahmen vorhanden. Deko, Instrumentalisten, Sänger sowie Sprecher werden nacheinander abgefilmt. Die Aufnahmen finden unter coronagerechten Bedingungen statt. Daher können nur maximal bis zu vier Personen gleichzeitig auf der Bühne agieren. Auch der Chor, der die Nacht gelgleitet, muss praktisch in seine Einzelteile zerlegt, die verschiedenen Gesangsstimmen einzeln aufgenommen werden. Anschließend wird alles zusammengeschnitten und abgemischt.

Die Nacht der Lichter ist eine Institution für junge Menschen in der Region

„Wir hoffen, dass wir auf diese Weise ein bisschen der besonderen Atmosphäre einfangen und für die Zuschauerinnen und Zuschauer spürbar machen“, sagt Leonie Moerschbacher. Die 26-Jährige engagiert sich in der Jugendkirche kafarna:um und ist seit zehn Jahren gemeinsam mit Lena Kroner für die Textauswahl bei der Nacht der Lichter zuständig. An diesem Samstagnachmittag stehen die letzten Aufnahmen für die Gesangsolistinnen an, danach folgen die Textaufnahmen. Leonie Moerschbacher wird, gemeinsam mit drei weiteren Mitstreitern, das Vaterunser sprechen. Auch Superintendent Hans-Peter Bruckhoff  ist für Aufnahmen vorbeigekommen. Er und Dompropst Rolf-Peter Cremer werden im fertigen Film abwechselnd die Fürbitten sprechen. Beide sind auch regelmäßig bei der „Nacht der Lichter" im Dom dabei.

Für Hans-Peter Bruckhoff ist es die Kraft der Spiritualität, die das Besondere an diesem Abendgebet ausmacht: „Es organisiert sich von selbst, es gibt keinen klassischen Vorsteher, wie es sonst in Gottesdiensten üblich ist.“ In der Pandemie hätten viele Gemeinden gute Erfahrungen mit digitalen Formen gesammelt, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern: „Ich finde es klasse, dass es nicht einfach ausfällt.“ Für junge Menschen sei die Nacht der Lichter eine feste Institution im Jahr, pflichtet Axel Büker, Jugendreferent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen bei: „Aus ökumenischer Sicht gibt es nur wenige Treffpunkte, die so eine Wirkung haben.“ Büker ist einer der wenigen Hauptamtlichen, die die Nacht der Lichter mitorganisieren. „Wir bleiben im Hintergrund. Unsere Aufgabe ist es, den Ehrenamtlichen den Rücken für ihre Arbeit freizuhalten.“

Film ist über den Youtube-Kanal der Jugendkirche "Kafarna:um" abrufbar

Inzwischen ist auch Dompropst Rolf-Peter Cremer für seine Aufnahmen eingetroffen. Gegen 21 Uhr sind alle Aufnahmen abgeschlossen.
Der Film soll, wie auch für die Nacht der Lichter ursprünglich geplant, am 14. November zwischen 20 und 22 Uhr auf dem Youtube-Kanal der Jugendkirche "Kafarna:um" gezeigt werden. „Wir hoffen, dass es möglich sein wird, dass vielleicht auch Firm- und Konfirmandengruppen diesen Film in ihren Gemeinden gemeinsam sehen können“, sagt Leonie Moerschbacher. Auch dann würde der Film hunderte junger Menschen in der Region erreichen.

Weitere Informationen und den Link zum Film gibt es zeitnah unter www.kafarnaum.de oder bei facebook unter www.facebook.com/kafarnaum.aachen.

(Text: Kathrin Albrecht)

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