16.06.2020

Aus dem Presbyterium

Bericht von Pfarrer Rolf Schopen / Vorabdruck aus GB 211 (7-9/2020)

Pfarrer Rolf Schopen


Die letzten Wochen und Monate waren auch im Presbyterium durch die Coronavirus-Pandemie geprägt. Die Sitzungen fanden in dieser Zeit als Videokonferenzen statt.

Wie können wir unserem Verkündigungsauftrag unter den gegebenen Umständen weiterhin gerecht werden? Wie können wir Menschen in dieser schwierigen Zeit begleiten und unterstützen, wenn wir gleichzeitig auf Abstand bleiben müssen? Was ist mit all den Konfirmationen, Taufen, Trauungen und anderen Veranstaltungen, die bis auf Weiteres abgesagt werden müssen? Und leider auch: Wie reagieren wir auf den dramatischen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen in diesem Jahr?

Zum jetzigen Zeitpunkt sind noch viele Fragen offen, manches konnten wir aber auch bereits auf den Weg bringen.

Eine ganze Reihe von Veranstaltungen musste abgesagt bzw. auf nächstes Jahr verschoben werden, unter anderem der ökumenische Kantaten-Gottesdienst am Pfingstmontag und auch der für August geplante Dankeschöntag für alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden der Gemeinde.

Mit den regelmäßigen Online-Andachten und der „Offenen Kirche“ zu festgelegten Zeiten entstand aber auch etwas ganz Neues. Gefreut haben uns die vielen dankbaren und positiven Rückmeldungen aus der Gemeinde und auch die hohen Zugriffszahlen auf die entsprechenden Seiten auf unserer Homepage.

Die für Juni geplante Presbyteriumsklausur und auch die für Juli geplante Jugendfreizeit in Frankreich mussten wir wie vieles andere leider absagen.

Intensiv haben wir uns in den vergangenen Wochen auch mit den Möglichkeiten von Konfirmandenarbeit unter Corona-Bedingungen auseinandergesetzt.

Die eigentlich für Mai geplanten Konfirmationen mussten abgesagt werden und finden nun im September in mehreren kleinen Gruppen und mit stark begrenzter Teilnehmerzahl statt. Leider ist davon auszugehen, dass es auch dann noch nicht möglich sein wird, miteinander zu singen oder das Abendmahl zu feiern, aber der Segen Gottes und das Bekenntnis der Jugendlichen zu Jesus Christus können vielleicht auch gerade in diesen Zeiten eine besondere Kraft entfalten. Zudem wissen wir ja auch nicht, wann wir wieder Gottesdienste so miteinander feiern können, wie wir es bis Mitte März  noch ganz selbstverständlich getan haben.

Es freut uns, dass der neue Konfirmandenjahrgang aufgrund der neuen Bestimmungen Ende Mai beginnen kann. Aber auch hier müssen wir unsere bisherigen Planungen und bewährten Formen aufgrund der Pandemie deutlich anpassen. So findet der wöchentliche Unterricht zumindest bis zu den Sommerferien in drei Kleingruppen statt und die Konfirmandenfreizeit im September entfällt.

Am 17. Mai feierten wir unseren ersten Präsenz-Gottesdienst nach zweimonatiger Pause. Im Vorfeld gab es hierzu intensive Beratungen und Planungen im Presbyterium. Es wurde ein Hygiene-Schutzkonzept erarbeitet und dem Gesundheitsamt vorgelegt. Der Gottesdienstraum und auch das Gemeindezentrum wurden umgestaltet und auf die neuen Bedingungen vorbereitet. Es war sehr schön, wieder miteinander Gottesdienst zu feiern, gleichzeitig aber auch befremdlich, dies hinter Masken und auf Abstand tun zu müssen. Wann wir auch wieder in unserer Kirche in Zweifall miteinander Gottesdienste feiern können, ist leider noch nicht absehbar.

Dass die ersten Wochen des neuen Presbyteriums unter solch besonderen Umständen und auf Abstand stattfinden mussten, war eine große Herausforderung. Eigentlich sind die ersten Sitzungen eines neuen Presbyteriums dadurch geprägt, einander besser kennen zu lernen und sich mit der Arbeitsweise des Presbyteriums vertraut zu machen. Dies war nun so nicht möglich. Gleichzeitig mussten alle Fachausschüsse neu besetzt und einige Ämter vergeben werden: Das Presbyterium hat Pfarrer Rolf Schopen als Vorsitzenden und Margit Dunker als Stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums bis 2022 bestätigt. Zum Baukirchmeister wurde erneut Michael Schlaeger gewählt. Nachdem Torsten Hackländer der Gemeinde viele Jahre als Finanzkirchmeister gedient hat und im November 2019 zum Vorsitzenden des Finanzausschusses des Kirchenkreises Aachen gewählt wurde, hat das Presbyterium Maike Scholz zur neuen Finanzkirchmeisterin gewählt. Auf der Kreissynode wird unsere Gemeinde zukünftig außer durch die beiden Pfarrstelleninhaber durch Maike Scholz und Margit Dunker vertreten. Das Kuratorium der Förderstiftung unserer Gemeinde besteht nun aus Margit Dunker, Barbara Klingenberger und Christof Breckenfelder.

Wie wird es wohl nach den Sommerferien weitergehen? Was müssen wir noch alles absagen? Und welche neuen Impulse und Formen des Gemeindelebens können wir angesichts der notwendigen Schutzmaßnahmen auf den Weg bringen?

Das Presbyterium versucht in diesen Tagen sein Bestes und geht diesen Weg im Vertrauen auf Jesus Christus. Es orientiert sich dabei an den Worten des Monatsspruches Mai 2020: „Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.“ (1. Petrus 4,10) In diesem Sinne fühlen wir uns mit der ganzen Gemeinde verbunden und freuen uns über Ihr Fürbittengebet.

Für das Presbyterium
Pfarrer Rolf Schopen

Evangelische Kirchengemeinde Aachen

Evangelische Kirchengemeinde Aachen
Frère-Roger-Straße 8-10
52062 Aachen
Tel.: 0241/453-110

Leitung Gemeindebüro:
Ulrike Distelrath
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